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  • 2010
  • Mär
  • 14

Automatikuhr vs. Quarzuhr - Vergleich

Welche Uhr zu welchem Outfit und Typ passt, ist sicher eine Art Glaubens- und Geschmacksfrage. Für jeden Modetrend wird eine neue Kollektion entworfen, die sich zumindest im Design von den Modellen früherer Jahre unterscheidet. Hersteller von Luxusuhren für das obere Preissegment gehen von anderen Entwicklungszeiträumen aus, speziell dann, wenn eine neues Uhrwerk entwickelt wird. Garantiert im Preis inbegriffen ist dann die Exklusivität.
Wie sehr das Innenleben einer Uhr eine Kaufentscheidung beeinflusst, hängt, vom Geldbeutel einmal abgesehen, von der zukünftigen Verwendung der Uhr, der Liebe zur Mechanik und zum Detail ab.
Automatik-Aufzug oder Quarzwerk? Wer sich an einem Blick durch den Glasboden auf das mit Wölkchen- oder Wellenschliff verzierte Uhrwerk erfreuen kann und will, für den ist die Entscheidung schon gefallen. Wer eine Uhr auch für harte sportliche Belastungen sucht, z.b. für den Moto-Cross, der wird vermutlich nicht zur Grande Complication, sondern eher zum Quarzwerk greifen, auch wenn mechanische Werke gegen Stöße gesichert sind. Und selbst Luxusuhren-Hersteller bieten in edlen Gehäusen wahlweise Quarz- oder Automatikwerk an.

Was unterscheidet eine Quarz- von einer Automatikuhr?

Das Automatik-Uhrwerk bezieht seine Energie zum Aufzug aus einem Rotor, der durch die Bewegungen des Armes in Drehung versetzt wird und eine Zugfeder spannt. Wer glaubt, das sei eine Erfindung des 20. Jahrhunderts, irrt. Es ist allerdings die Zeit, die zur Massenproduktion dieser Erfindung führte.
Als Erfinder gilt Abraham Louis Perrelet (d.Ä., um genau zu sein), der bereits 1770 die ersten funktionierenden Taschenuhren ersann und fertigte. Er verwendete eine Pendelschwungmasse und einen unbegrenzt in beide Richtungen drehenden Rotor, der die Energie zum Aufzug lieferte. Anstoß für diese Erfindung und die folgenden Weiterentwicklungen waren nicht Bequemlichkeit, sondern eher praktische Gründe. Eine Aufzugskrone war bis dahin unbekannt, man verwendete zum Aufziehen einen Schlüssel. Man muss über keine blühende Fantasie verfügen um sich vorzustellen, dass solch ein Aufzugsschlüssel schnell verlorengehen konnte. Ehe sich aber der Automatikaufzug in Armbanduhren durchsetzen konnte, sollten noch etwas mehr als 100 Jahre vergehen.
Vor allem Überlegungen der Uhrmacher, das Uhrwerk besser vor Feuchtigkeit und Schmutz zu schützen, die durch die Antriebswelle ins Innere der Uhr gelangten, gaben der Entwicklung neuen Antrieb. Die Krone wurde weggelassen. 1929 ließ John Harwood seine ersten Automatikwerke von einer Schweizer Firma in Serie fertigen. Erfolgreich weiterentwickelt wurde der Selbstaufzug von Rolex S.A. in Genf, der 1932 patentiert wurde. Allerdings hatte er noch den Nachteil, dass der Rotor die Zugfeder in nur eine Drehrichtung spannte. 1942 dann wurde auch dieser Mangel beseitigt.
Was bietet ein automatischer Aufzug? Neben der minimalen Bedienung, die sich für den Besitzer auf gelegentliches Nachstellen beschränkt, vor allem der Bonus des mechanischen Zusammenspiels der Einzelteile. Und: die Uhr tickt. Für den Technikbegeisterten, den Nostalgiker, den Uhrenliebhaber ein schönes Geräusch, das bis zum Aufkommen der Quarzwerke allgegenwärtig war wie der Besuch beim Uhrmacher alle Jahre, um die Ganggenauigkeit vielleicht ein wenig nachzustellen und das Uhrwerk zu reinigen und neu zu ölen.

Ein Quarzwerk ist wesentlich einfacher aufgebaut, aus dem Ouarz selbst, einer Spule und einem Schrittschaltmotor. Vereinfachte Beschreibung der Funktionsweise: Durch die Schwingungen des Quarzes wird ein Magnetfeld aufgebaut, dass den Schrittschaltmotor zum Drehen bringt. Diese Drehbewegung wird über ein kleines Räderwerk auf die Uhrzeiger übertragen. Freilich wird eine Batterie benötigt, die den Quarz mit Energie versorgt.
Was bietet ein Quarzwerk? Wenn weniger Bauteile vorhanden sind, können auch weniger kaputtgehen. Eine hohe, wenn auch nicht absolute Stoßfestigkeit wird durch das Kapseln der Quarzes in einem Aluminium-Gehäuse erreicht. Diese Punkte können gerade für den alltäglichen Betrieb vorteilhaft sein, wenn man damit leben kann, dass die Batterie ohne Vorwarnung ihren Betrieb einstellen kann und das Werk an sich eben nichts besonderes ist. Nein, eine Quarzuhr tickt nicht. Aber sie geht genauer als ihre mechanischen Pendants.

Es lassen sich für die beiden Uhrentypen Vor- und Nachteile ableiten:

Vorteile Automatikuhr

  • Exklusivität bei entsprechender Verarbeitung
  • Ganggenauigkeit
  • Blick durch den Boden in die Mechanik
  • Tickgeräusch
  • kein Batterieaustausch nötig

Nachteile Automatikuhr

  • gelegentliches Nachstellen und Warten erforderlich
  • höherer Preis
  • erhöhte Schadensanfälligkeit

Vorteile Quarzuhr

  • hohe Ganggenauigkeit
  • geringer Preis
  • verschleißarm

Nachteile Quarzuhr

  • Batterieaustausch nötig
  • Massenware
  • keine vorzeigbare Exklusivität

Fazit: Wer seine Uhr nach ästhetischen Gesichtspunkten auswählt, der wird sicher mit einem mechanischen Selbstaufzug glücklich. Unterstützt wird seine Überlegung von der tatsache, dass nicht jeder diese Uhr mit dem Werk tragen wird. Die Freude beim Betrachten des Uhrwerks ist schon mit eingebaut. Wer häufig starken Erschütterungen oder Verschmutzungen im Beruf oder Sport ausgesetzt ist, sollte sich eine Quarzuhr genauer ansehen. Sie hat keinen Seltenheitswert, aber der Ärger bei Zerstörung oder Beschädigung halt sich dafür auch in Grenzen, denn der Preis ist niedriger.




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